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Elisabeth Moreno
Präsidentin von Lenovo Frankreich

Digitalisierung und Einführung digitaler Tools auf der Managementebene



Elisabeth Moreno, CEO von Lenovo, erklärt im nachfolgenden Interview ihren Standpunkt zum Thema Digitalisierung und der Anwendung digitaler Werkzeuge innerhalb des Topmanagements eines Weltkonzerns. Nach ihr ist stehen bleiben keine Option, da sich die Welt rasch verändert und die digitale Transformation sämtliche Lebensbereiche und die ganze Gesellschaft erfasst.



Sherpany: Wir hören von Management Teams immer wieder, dass es immens wichtig sei über einen engagierten Leader zu verfügen, der die digitale Transformation steuert. Welche sind Ihrer Meinung nach die fünf wichtigsten Prioritäten, die Generaldirektoren bei einer digitalen Transformation beachten müssen?

Elisabeth MorenoDie Rolle eines CEO ist bei jeder Transformation innerhalb eines Unternehmens von größter Wichtigkeit. Der CEO stellt seine Visionen vor, gibt die Richtung der geplanten Änderungen an und bezieht seine/ihre Teams mit ein. Das persönliche Engagement und die Überzeugung des CEO als Führungsperson ist hier unentbehrlich. In diesem neuen Zeitalter der digitalen Revolution, welche sich auf die Lebensweise der gesamten Bevölkerung auswirkt, sehe ich 5 Prioritäten für den CEO:

  1. Zunächst muss sich diese digitale Transformation auf die menschlichen Aspekte ausrichten, und dies unabhängig davon, ob es sich um einen Verbraucher, einen Kunden oder einen Mitarbeiter handelt. Diese menschlichen Aspekte müssen als Leitlinien zur Innovation und Transformation dienen.
     
  2. Man muss seinen Verwaltungs/Aufsichtsrat von der Notwendigkeit der Transformation „überzeugen“. Der Board legt mit seinen Strategieentscheiden die Ziele und den Nutzen fest, den ein Projekt haben soll.
     
  3. Man muss sich bemühen, die Mitarbeiter von einer Teilnahme an dieser Reise zu überzeugen. Die gesamte Gesellschaft ist von der digitalen Transformation betroffen. Innerhalb eines Unternehmens ist das Engagement der Mitarbeiter entscheidend, um sicherzustellen, dass die Transformation ein Erfolg wird. Es gilt somit die Mitarbeiter via Erklärung der Beweggründe und gezielten Schulungen auf das Thema vorzubereiten und sie zu dem werden zu lassen, das sie sind; ein wenn nicht gar der zentrale Teil des Projekts.
     
  4. Man muss ein Transformationsprojekt gut „timen“. Das Projekt sollte zeitlich eng getaktet sein und Meilensteine beinhalten die kurz-, mittel- und langfristig erreicht werden können. Man muss die digitale Transformation als Reise ansehen, diese kann nur schrittweise und in Etappen ablaufen. Entsprechend muss in regelmäßigen Abständen agiert werden, um den Drive und die Mobilisierung der beteiligten „Truppen“ aufrechtzuerhalten und alle mitzunehmen.
     
  5. Schließlich handelt es sich bei dieser digitalen Transformation um das Werk aller Beteiligten: die Gleichstellung (von Frauen und Männern) bildet hierbei generell ein grundlegendes Element, genauso wie die persönliche Aneignung dieses Trends.



Sherpany: Bei einer kürzlich stattgefundenen Konferenz zum Thema “Digitale Transformation, Innovation und Gleichstellung” wurden Frauen als Hebel des digitalen Transformationsprozesses innerhalb der Unternehmen dargestellt. Was halten Sie von dieser Ansicht?

Elisabeth Moreno: Bei der digitalen Transformation handelt es sich um ein gemeinsames Werk aller Beteiligten einer Unternehmung. Die Gleichstellung von Frau und Mann bildet hierbei generell ein grundlegendes Element. Erstens sollten wir immer daran denken, dass jeder zweite Mensch eine Frau ist! Zweitens ist davon auszugehen, das Frauen die Technologien in einem identischen Masse wie die Männer verwenden, und dies sowohl auf privater als auch auf beruflicher Ebene. In einer stark auf den Wettbewerb ausgerichteten Umgebung wäre es unsinnig, nur 50 % der uns zur Verfügung stehenden Talente zu nutzen.


Wenn der digitale und technologische Fortschritt im weiteren Sinne für alle von Nutzen sein soll, dann benötigt man einen integrativen Ansatz, da wir eine Technologie brauchen, die männlich-weibliche Werte ausbalanciert.



Darüber hinaus bietet die Technologie zahlreiche Möglichkeiten für Frauen, sich persönlich weiterzuentwickeln und erfolgreich zu sein: Hierbei handelt es sich um einen Punkt, welcher insbesondere zu Beginn der beruflichen Laufbahn, analysiert werden sollte. Die neuen Technologien bilden den Sektor, der die meisten Neu-Anstellungen vornimmt und die grösste Anzahl an Innovationen hervorbringt. Es wird gerne vergessen, dass das WLan von einer Frau erfunden wurde und dass es sich bei einem der ersten Programmierer weltweit um eine Frau, nämlich „Ada Lovelace“, handelte. Die Frauen hielten sich in dieser Welt der Technologie im Hintergrund, da diese Welt allgemein als maskulin galt. Allerdings erweist sich die heutige Zeit mehr denn je als idealer Moment für Frauen, in den Vordergrund zu treten, um ihren Wert und ihr Talent zu zeigen.


Sherpany: Gemäss einer Analyse der Harvard Business Review (HBR) hilft Frauen „das Verstehen der digitalen Welt dabei einen Arbeitsplatz zu finden und ein höheres Bildungsniveau zu erreichen, weshalb derartige Kenntnisse bei der beruflichen Karriere einer Frau eine immer wichtiger Rolle spielen.“ Wie sieht hier die Realität in Ihrem Unternehmen aus? Welche Mittel werden bereitgestellt, damit Frauen in ihrer beruflichen Karriere weiterkommen und Führungspositionen übernehmen?

Elisabeth Moreno: Die Gleichstellung von Mann und Frau, setzt gleiche Verantwortungen und gleiche Entlohnung für die gleiche Stelle voraus. Expertise in den neuen Technologien ist hier somit sicher ein wichtiger, letztlich aber nur einer der Faktoren an denen sowohl Frau als auch Mann gemessen werden sollen. Die digitalen Technologien sind somit ein Werkzeug, ein Mittel zum Zweck und es liegt bei jedem einzelnen diese Werkzeuge korrekt zu nutzen. Wir haben das Glück, an einem Ort zu leben, in dem wir alle Möglichkeiten haben: Bildung, arbeiten, lernen, reisen, den Beruf wählen etc. Diese simplen Dinge sind leider nicht überall möglich. Lassen Sie uns das Beste aus diesem Vorteil machen. Die Grundvoraussetzungen sind bei uns alle vorhanden, letztlich entscheidend sind aber unsere Motivation und unsere Entschlossenheit. Wie bei allen grossen Taten und Werken machen diese Faktoren letztlich den Unterschied aus.


SherpanyDie Parität der Geschlechter hat in Frankreich in den Aufsichts- und Verwaltungsräten seit der Verabschiedung des frz. Copé-Zimmermann-Gesetzes im Jahr 2011 an Wichtigkeit gewonnen. Nun wird auch in den Geschäftsleitungen und Vorständen von Quoten gesprochen. Was halten Sie von der Ausweitung der Quoten auf die Exekutivorgane der Unternehmen?

Elisabeth Moreno: Meiner Meinung nach lohnt es sich für ein Unternehmen, seinen Kunden zu ähneln und sich ihnen anzugleichen. In unserem Fall handelt es sich bei unseren Kunden um die gesamte Bevölkerung, die aus beruflichen oder privaten Gründen unsere Dienstleistungen bezieht. D.h. wir dienen und arbeiten für genauso viele Männer wie Frauen. Diesbezüglich verfolgen wir eine stark ausgeprägte Diversitätspolitik innerhalb unseres Unternehmens.Bspw. weist unser Vorstand in Frankreich im Hinblick auf seine Mitglieder ein quasi perfektes Gleichgewicht an Männern und Frauen auf, und dies ganz ohne Quoten. Diese Auswahl erfolgte lediglich auf der Grundlage von nachgewiesenen Kompetenzen, Resultaten und Effizienz.


Sherpany: Als Herausgeber einer Sitzungsmanagements Software für Führungsteams stellen wir fest, dass Führungsteams, die bereits selber digital arbeiten tendenziell bessere Resultate bei ihren Projekten für die digitale Transformation erzielen. Wo sehen Sie hier die Gründe?

Elisabeth Moreno: 

Digitale Werkzeuge sind Werkzeuge für Produktivität, Analyse und Entscheidungsfindung, und die digitale Transformation beruht darauf. Diese zu beherrschen gehört zu den wesentlichen Fähigkeiten auf allen Ebenen eines Unternehmens. Mit ihnen setzen Management-Teams ein Zeichen und fördern die Diskussion und damit die Transformation. Wie erwähnt sind derartige Projekte eine Reise. Mitarbeiter von einem Segelturn überzeugen ohne selber zu wissen, wie ein Schiff gesteuert werden soll, ist schwierig.



Sherpany: Studien zeigen, dass Frankreich eines der Länder ist, die sich für die digitale Transformation einsetzen. An der Spitze der Unternehmensleitung geht es jedoch immer noch langsam voran. Teilen Sie diese Meinung? Was müsste verbessert werden?

Elisabeth Moreno: Wenn ich mit unseren Kunden oder Partnern zusammen bin oder an Konferenzen teilnehme, sehe ich, dass es eine deutliche Verbesserung gibt. Neue Technologien kommen mehr und mehr auf allen Ebenen des Unternehmens zum Einsatz. Zentral für einen Wandel sind meiner Meinung nach Aus- und Weiterbildung, egal ob sie ein Student sind, gerade ihre Karriere beginnen oder bereits ein Unternehmen oder eine Abteilung leiten. 

Letztlich sind es die permanente Schulung und Anpassung an neue digitale Werkzeuge, sowie das Verständnis der hiermit verbundenen Vorzüge, die den Fortschritt sowie eine höhere Effizienz im Arbeitsalltag ermöglichen. Bezogen auf Frankreich freue ich mich sehr, dass sich die Regierung bereits aktiv in diesem Bereich engagiert hat. Die Vereinigten Staaten haben ihre GAFAM (Google, Apple, Facebook, Amazon, Microsoft), Asien ihre BATX (Baidu, Alibaba, Tencent, Xiaomi). In Europa haben wir Talente und Know-how, um unseren Beitrag zu leisten. Und es ist nie zu spät.

In der Tat ist jetzt die beste Zeit!

Elisabeth Moreno
Präsidentin von Lenovo Frankreich
Elisabeth Moreno wurde 2017 zur Präsidentin der französischen Filiale des chinesischen Bauunternehmens LENOVO ernannt. Sie trat der Gruppe 2012 bei und war insbesondere als verantwortliche Geschäftsführerin für Großkunden EMEA tätig. Elisabeth Moreno verfügt über ein frz. Magister für Gesellschaftsrecht sowie ein Executive MBA an der ESSEC Paris und der Universität Mannheim. Sie begann ihre berufliche Laufbahn als Juristin in einer Anwaltskanzlei, bevor sie für diverse große Gruppen im Bereich EDV & Telekom arbeitete. Das Unternehmen LENOVO wurde 1988 in Hong Kong gegründet und stieg innerhalb kürzester Zeit in den Kreise der wichtigsten chinesischen Computerhersteller auf. Im Jahr 2005 erwarb LENOVO die Abteilung PC von IBM. Im Jahr 2014 kaufte LENOVO Motorola Mobility sowie das Server-Angebot System x von IBM auf. Das Unternehmen LENOVO zählt zu den Pionieren der Hightech-Innovationen auf den Absatzmärkten für Groß- und Firmenkunden sowie für Rechenzentrum-Technologien. Weltweite Umsatzzahlen: 43 Md$ Mitarbeiterzahl in Frankreich: 250

www.lenovo.com

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